Lüften bei Regen - wann Feuchtigkeit und Schimmel drohen

· 2 min read
Lüften bei Regen - wann Feuchtigkeit und Schimmel drohen

Viele Menschen glauben, bei Regen dürfe man die Fenster nicht öffnen, weil dann Nässe in die Wohnung gelangt. Das ist in dieser Pauschalität falsch. Entscheidend ist nicht der Regen an sich, sondern die absolute Feuchtemenge in der Außenluft und das Temperaturniveau. Kalte Außenluft kann selbst bei starkem Regen nur wenig Wasserdampf enthalten. Wenn diese kühle Luft in den Raum strömt, erwärmt sie sich und ihre relative Luftfeuchtigkeit sinkt deutlich. Genau deshalb ist Stoßlüften auch bei Regen oft sinnvoll: Die Luft nimmt beim Eindringen zusätzliche Feuchtigkeit aus dem Raum auf, die Sie anschließend mit der verbrauchten Luft wieder abführen. Kritisch wird es erst, wenn draußen milde, schwüle Luft herrscht, etwa an warmen Regentagen im Sommer oder bei Nebel mit hohen Außentemperaturen. Dann kann die hereingelassene Luft im kühleren Raum schnell gesättigt sein, und es entsteht genau jene feuchtigkeit und schimmel begünstigende Situation, die Sie vermeiden wollen.



Für die Praxis gilt: Lüften Sie kurz und kräftig, statt die Fenster stundenlang auf Kipp zu stellen. Ein weit geöffnetes Fenster oder Durchzug für fünf bis zehn Minuten tauscht die Raumluft mehrmals aus, ohne Wände und Möbel auszukühlen. Bei Regen prüfen Sie am besten die absolute Feuchte, die viele Wetterdienste als Taupunkt oder Wassergehalt der Luft angeben, und vergleichen sie mit der Feuchte im Raum. Liegt die Außenluft trockener, lüften Sie wie gewohnt. Ist die Außenluft wärmer und feuchter als die Raumluft, öffnen Sie nur kurz oder verschieben das Lüften auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden. In Küche und Bad lüften Sie nach dem Kochen und Duschen sofort, denn dort entsteht die meiste Feuchtigkeit. Trocknen Sie Wäsche möglichst nicht in kleinen, schlecht belüfteten Räumen, und halten Sie Türen zu kühleren Zimmern geschlossen, damit die Feuchtigkeit nicht dorthin wandert.

elchs-kramkiste  und schimmel vor allem dort, wo warme, feuchte Luft auf kalte Flächen trifft. Typisch sind Außenwandecken, Fensterlaibungen, Schränke an Außenwänden und Räume mit geringer Heizung. Messen Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem einfachen Hygrometer und halten Sie in Wohnräumen etwa vierzig bis sechzig Prozent relative Feuchte. Steigt der Wert trotz regelmäßigen Lüftens, heizen Sie stärker oder lüften Sie häufiger in kurzen Intervallen. Stellen Sie Möbel mit etwas Abstand zur Wand auf, damit Luft zirkulieren kann, und kontrollieren Sie regelmäßig Fensterfugen, Rollladenkästen und Kellerecken. Bilden sich erste dunkle Flecken oder riecht es muffig, reagieren Sie zügig: Ursache klären, betroffene Stelle trocknen, und bei größerem Befall fachlichen Rat einholen. Mit kurzen Lüftungsstößen, bewusstem Heizen und einem Blick auf die tatsächliche Luftfeuchte bleiben Sie auch an Regentagen auf der sicheren Seite.